Kirche Vom Guten Hirten DIe frühere Klosterkirche Vom Guten Hirten ist ein besonderer Ort der Sozialgeschichte und Baukultur Berlins um 1900. Damals gab es in Berlin große soziale Probleme u.a. auch mit verursacht durch die enorme Zuwanderung von arbeitssuchenden jungen Menschen aus dem Osten, die in der so rasant wachsenden Großstadt einen Neuanfang suchten. Nicht wenige von ihnen sind dabei auf der Strecke geblieben. Viele Mädchen und junge Frauen waren Opfer von Geldnot und Armut, Prostitution und Kriminalität, Obdachlosigkeit und familiärer Entwurzelung. So entschloss man sich, außerhalb der Stadt einen Ort zu schaffen, wo „gefallene Mädchen“ wieder auf einen Neuanfang vorbereitet werden konnten durch Schule, Arbeit und Lehre in der Hauswirtschaft und Landwirtschaft. „Resozialisierung“ und „Wiedereingliederung“  würden wir heute ein solch damals einmaliges und für seine Zeit sehr modernes Sozialprojekt nennen. Unterstützt wurde es durch Gelder Berliner Politiker und der Reichsregierung. Sie haben damit auch den Baustil mitbestimmt, dem Geschmack der Zeit entsprechend und den Vorgaben durch den zuständigen Reichsbehörden im kaiserlich-wilhelminischen Stiel. Viele öffentliche Berliner Gebäude und teilweise auch Industrieanlagen der Stadt, die zumeist heute nicht mehr existieren, wurden in dieser Art errichtet. Das Kloster ist damit eines der noch wenigen Bauzeugen dieser Zeit. In den beiden Weltkriegen war das Kloster Lazarett. Während des Nationalsozialismus ist es durch kluge politische Schachzüge gelungen, die Mädchen vor Deportation und Verhaftung zu schützen. Heimlich wurden vereinzelt jüdische Kinder aufgenommen und versteckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Kloster begünstigt durch die unmittelbare Nähe zur Stadtgrenze und dem Land Brandenburg einer der ersten Anlaufstellen für Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus dem Osten und der DDR – längst lange vor der Errichtung des Notaufnahmelagers Marienfelde. Bis zum Mauerbau 1961 fanden in den Gebäuden des Klosters viele junge Mädchen aus der DDR Unterkunft, Versorgung und Übernachtungsmöglichkeiten, um an West- Berliner Schulen das Abitur zu machen oder an der FU zu studieren. Eine nach dem Krieg neu errichtete Hauswirtschaftsschule war das Sprungbrett für Erzieher-, Kranken- und Gastronomieberufe. Nach dem Mauerbau 1961 und mit dem Beginn der „68-iger Bewegung“ fanden sich allerdings kaum noch junge Mädchen, die „Hauswirtschaft“ erlernen wollten und so entschlossen sich die Schwestern Vom Guten Hirten das Kloster aufzugeben. Das Kloster wurde Anfang der 70-iger Jahre umgebaut und in einem vom Berliner Senat geförderten Projekt neu konzipiert. Seit dem befinden sich hier viele bezirksübergreifende soziale Einrichtungen: Wohngemeinschaft für geistig behinderte Erwachsene, Förderschule (Sekundarstufe 1.-10. Klasse), Schwimm- und Sporthalle, Schulhort, Migrationsberatungsstelle sowie altersgerechte Wohnungen. Sie alle sind im Kieznetzwerk „Rund um den Guten Hirten“ verbunden. Die jeweiligen Träger dieser Einrichtungen tragen selbständig die Verantwortung für den Erhalt der von ihnen genutzten Gebäudeteile des Klosters. Als siebeneckiger Zentralbau mit vier sternförmig zugeordneten Kirchenschiffen stellt sich die von Josef Lückerath entworfene und am 8. Februar 1905 benedizierte Kirche Vom Guten Hirten dar. Anlass für den ungewöhnlichen Bau ist seine ursprüngliche Verwendung als Klosterkirche der Schwestern vom Guten Hirten. An die vier von einander getrennten Kirchenschiffe schließen sich die Flügel der Klosteranlage für damals etwa 350 Zöglinge an. Die Kongregation der Schwestern wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich für die Erziehung und Ausbildung der weiblichen Jugend gegründet und hatte 1858 in Charlottenburg eine Niederlassung errichtet, die allerdings bald zu klein war. Schon 1887 wurde daher ein zweiter Standort in Reinickendorf gegründet und das Charlottenburger Kloster nach Marienfelde verlegt, wo die Schwestern bis 1967 tätig waren. Während des 2. Weltkriegs diente das Haus u.a. als Reserve-Lazarett.Eine größere Anzahl von Katholiken lebte bereits seit 1929 in der Siedlung Mariengarten am Welterpfad (Peter Welter - 1892-1919 Hausgeistlicher des Klosters Vom Guten Hirten) und in der seit 1932 entstehenden Stadtrandsiedlung am Ende der Marienfelder Allee. 1968 erwarb das Bistum Berlin das Klostergelände und das Petruswerk  errichtete darauf zahlreiche Wohnhäuser. Die Straßen der Siedlung erhielten die Namen der Bischöfe Nikolaus Bares, Wilhelm Weskamm und Maximilian Kaller. Für die nun stark ansteigende Zahl der Katholiken wurde 1970 die Kuratie St. Alfons ausgegliedert. Erster Pfarrer der neuen Gemeinde Vom Guten Hirten war der bisherige Hausgeistliche des Klosters  Georg Nagler. Die Klosterkirche (am 29. Juni 1927 konsekriert) wurde nun Gemeindekirche. Durch das Entfernen einiger trennender Wände zwischen den Kirchenschiffen entstand ein verbindender Rundgang. Die wunderschönen Kirchenfenster im Altarraum stammen noch aus der Gründerzeit des Klosters. Die Orgel aus dem Jahre 1888 war schon vom Charlottenburger Kloster übernommen worden und wurde 1979 erweitert. Sie ist heute die älteste Orgel in einer katholischen Berliner Kirche. In den Jahren 1968 bis 1978 wurde die gesamte Klosteranlage durch den  Architekten Hermann Jünemann neu gestaltet."Rund um den Guten Hirten" befinden sich heute in den Seitenflügeln der Kirche ganz unterschiedliche Einrichtungen des Erzbistums Berlin, der Caritas und des Petruswerkes: Grund- und Hauptschule St. Hildegard, Hort der St. Alfons Grundschule, ein Behindertenwohnheim, zwei Seniorenhäuser und ein Bewegungsbad. Im Empfangsgebäude des ehemaligen Klosters sind die Gemeinderäume und die Pfarrbücherei. Lutz Gottschalk war von 1981 bis 2006 Pfarrer der Kirchengemeinde. In einer Festschrift zum 100. Jahrestages der Gründung des Klosters heißt es: "Pfarrer Nagler hatte gepflügt, gesät und gepflanzt. Pfarrer Gottschalk ließ wachsen ..." . Seit 2006 ist Harry Karcz neuer Pfarrer. Das frühere Haus des Klosterrektors wurde  in den Jahren 2006 und 2007 umfangreich saniert und ist heute das Pfarrhaus mit dem zentralen  Pfarrbüro der katholischen Kirchengemeinde in Berlin Marienfelde. 
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