Kirche Vom Guten Hirten
Als siebeneckiger Zentralbau mit vier sternförmig zugeordneten
Kirchenschiffen stellt sich die von Josef Lückerath entworfene und am 8.
Februar 1905 benedizierte Kirche Vom Guten Hirten dar. Anlass für den
ungewöhnlichen Bau ist seine ursprüngliche Verwendung als Klosterkirche
der Schwestern vom Guten Hirten. An die vier von einander getrennten
Kirchenschiffe schließen sich die Flügel der Klosteranlage für damals etwa
350 Zöglinge an. Die Kongregation der Schwestern wurde im 19. Jahrhundert
in Frankreich für die Erziehung und Ausbildung der weiblichen Jugend
gegründet und hatte 1858 in Charlottenburg eine Niederlassung errichtet, die
allerdings bald zu klein war. Schon 1887 wurde daher ein zweiter Standort in
Reinickendorf gegründet und das Charlottenburger Kloster nach Marienfelde
verlegt, wo die Schwestern bis 1967 tätig waren. Während des 2. Weltkriegs
diente das Haus u.a. als Reserve-
Lazarett.Eine größere Anzahl von
Katholiken lebte bereits seit 1929
in der Siedlung Mariengarten am Welterpfad (Peter Welter - 1892-1919
Hausgeistlicher des Klosters Vom Guten Hirten) und in der seit 1932
entstehenden Stadtrandsiedlung am Ende der Marienfelder Allee. 1968 erwarb
das Bistum Berlin das Klostergelände und das Petruswerk errichtete darauf
zahlreiche Wohnhäuser. Die Straßen der Siedlung erhielten die Namen der
Bischöfe Nikolaus Bares, Wilhelm Weskamm und Maximilian Kaller. Für die nun
stark ansteigende Zahl der Katholiken wurde 1970 die Kuratie St. Alfons
ausgegliedert. Erster Pfarrer der neuen Gemeinde Vom Guten Hirten war der
bisherige Hausgeistliche des Klosters Georg Nagler. Die Klosterkirche (am 29.
Juni 1927 konsekriert) wurde nun Gemeindekirche. Durch das Entfernen einiger
trennender Wände zwischen den Kirchenschiffen entstand ein verbindender Rundgang. Die wunderschönen Kirchenfenster
im Altarraum stammen noch aus der Gründerzeit des Klosters. Die Orgel aus dem Jahre 1888 war schon vom
Charlottenburger Kloster übernommen worden und wurde 1979 erweitert. Sie ist heute die älteste Orgel in einer katholischen
Berliner Kirche. In den Jahren 1968 bis 1978 wurde die gesamte
Klosteranlage durch den Architekten Hermann Jünemann neu
gestaltet."Rund um den Guten Hirten" befinden sich heute in den
Seitenflügeln der Kirche ganz unterschiedliche Einrichtungen des
Erzbistums Berlin, der Caritas und des Petruswerkes: Grund- und
Hauptschule St. Hildegard, Hort der St. Alfons Grundschule, ein
Behindertenwohnheim, zwei Seniorenhäuser und ein Bewegungsbad. Im
Empfangsgebäude des ehemaligen Klosters sind die Gemeinderäume und
die Pfarrbücherei. Lutz Gottschalk war von 1981 bis 2006 Pfarrer der
Kirchengemeinde. In einer Festschrift zum 100. Jahrestages der Gründung
des Klosters heißt es: "Pfarrer Nagler hatte gepflügt, gesät und gepflanzt.
Pfarrer Gottschalk ließ wachsen ..." . Seit 2006 ist Harry Karcz neuer
Pfarrer. Das frühere Haus des Klosterrektors wurde in den Jahren 2006
und 2007 umfangreich saniert und ist heute das Pfarrhaus mit dem
zentralen Pfarrbüro der katholischen Kirchengemeinde in Berlin Marienfelde.
Vom Guten Hirten
Berlin - Marienfelde
Berlin - Marienfelde